Das Jahr 2026: Der Wille auf dem Prüfstand
Die Zeitqualität im Jahr 2026 wird geprägt von der Konjunktion von Saturn und Neptun im Februar auf dem ersten Grad Widder – dem Platz im Tierkreis, der den primären Wachstumsimpuls wie kein anderer symbolisiert. Sie erzählt von einer schwer fassbaren Mischung aus trotziger Aufbruchsstimmung und Auflösungserscheinungen, von Unwille, Labilität und Energiemangel. Sie initiert aber auch einen starken Impuls zur Rückbesinnung auf die eigene Kraft.
In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wessen Wille gut gegründet ist und wer den Mut und die Kraft zur Selbstdurchsetzung besitzt. Wo der Wille fehlt, geraten die Dinge schnell aus dem Gleichgewicht, bis hin zum überraschenden Kollaps von gesellschaftlichen Strukturen, die ihre Existenzberechtigung aus gemeinsamen Willensanstrengungen beziehen.
Wenn Saturn und Neptun in Konjunktion stehen, wandelt sich auch das tief im kollektiven Unbewussten verankerte Idealbild des Menschen. Im letzten Zyklus, der 1989 mit der Konjunktion in Steinbock begann, war es das Ideal des „Homo Oeconomicus“. Es bescherte uns einen ungezügelten Kapitalismus, der alle Werte dem Geld unterstellte und heute jeden Lebensaspekt durchdringt. Jetzt, mit der Konjunktion in Widder, erleben wir das Erwachen des Krieger-Archetyps in all seinen Ausprägungen. In seiner positiven Manifestation ist es der starke und furchtlose Mensch, der sich mit Hingabe und aller Kraft für übergeordnete Ziele einsetzt. In seiner profanen Gestalt ist er impulsiv, risikofreudig und primär an seinen persönlichen Zielen interessiert. Es wäre aber naiv, nicht auch mit seiner grausamen Erscheinungsform zu rechnen – dem Krieger, der weder Führung noch Ziel mehr kennt und sich an der Destruktion erfreut.
Im Kontext der beispiellosen Häufung astrologischer Phasenwechsel in diesem Jahrzehnt und des damit verbundenen gesellschaftlichen Wandels nimmt auch das Jahr 2026 eine Sonderstellung ein. Wir erleben eine Zäsur und müssen unsere Visionen und Zukunftsvorstellungen den neuen Gegebenheiten anpassen. Was jetzt zusammenbricht, hinterlässt aber auch den notwendigen Freiraum für das, was sich im Menschheitskollektiv neu gestalten will. Wenn im Sommer Uranus, Neptun und Pluto erneut in harmonischer Verbindung stehen, könnte sich deutlicher abzeichnen, wohin die Reise geht und auf welche neuen Ziele wir uns ausrichten. Unser Wille ist massgebend.
In diesem Jahr braucht es grosse Zuversicht, um eine Antwort auf den tiefen Zweifel der Zeit zu finden. Den Mutigen gehört die Zukunft, und diese schliesst mehr denn je das Risiko mit ein.
Juri Viktor Stork, Dezember 2025
Diese kurze Jahresvorschau habe ich für die Zeitschrift „Astrologie Heute“ geschrieben, Ausgabe Dezember 2025